Das Projekt
Das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt
Zu viele Schülerinnen und Schüler haben nach dem Verlassen der allgemein bildenden Schule keine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz, weil sie unter anderem keinen Schulabschluss haben oder noch nicht ausreichend auf die Aufnahme einer Ausbildung vorbereitet sind.
Die für Arbeit und für Bildung zuständigen Ministerien des Landes Schleswig-Holstein haben daher beschlossen, einen in dieser Form völlig neuen präventiven arbeitsmarkt- und bildungspolitischen Ansatz einzuführen. Mit dem Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt werden verstärkt berufsorientierende Elemente an Haupt- und Förderschulen sowie in Berufseingangsklassen der Beruflichen Schulen eingesetzt.
Das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt ist ein Beitrag, die Jugendarbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren drastisch zu reduzieren und die Ausbildungsreife der Schulabgänger zu verbessern.
Handlungsorte
Flexible Übergangsphase
In Flexiblen Übergangsphasen können die Jahrgangsstufen 8 und 9 in maximal drei Jahren durchlaufen werden. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler mit einem guten Leistungsstand aus Förderzentren sowie Schülerinnen und Schüler, deren Hauptschulabschluss gefährdet ist. Kern der Flexiblen Übergangsphase ist ein hoher Praxisanteil und eine intensive Berufsorientierung. Potenzialanalyse/Assessment, Berufsfelderprobung und Coaching sind fester Bestandteil der Flexiblen Übergangsphase.
Förderzentren mit Förderschwerpunkt Lernen
Schülerinnen und Schüler von Förderzentren mit dem Schwerpunkt Lernen, die am Handlungskonzept teilnehmen, erhalten ab der Jahrgangsstufe 8 Potenzialanalyse/Assessment, Berufsfelderprobung und Coaching. Dadurch werden sie besser auf eine mögliche Berufsausbildung vorbereitet.
Berufseingangsklassen der Berufsschule (BEK)
In Berufseingangsklassen werden berufsschulpflichtige Jugendliche beschult, die nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht keine Ausbildung oder andere Bildungsmaßnahme absolvieren. In der Berufseingangsklasse erhalten die Jugendlichen einen Tag in der Woche Berufsschulunterricht, beim nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses sind es zwei Tage in der Woche. Im Rahmen von Coaching werden die Jugendlichen individuell betreut und beraten, um sie auf den Übergang in eine Ausbildung oder in andere Bildungsmaßnamen vorzubereiten. Dazu tragen auch die anderen Handlungsfelder des Handlungskonzepts bei.
Handlungsfelder
Potenzialanalyse / Assessment
Potenzialanalysen / Assessments helfen die individuellen Stärken und Kompetenzen der Schülerinnen und Schülern zu ermitteln. In Praxissimulationen in unterschiedlichen berufsrelevanten Bereichen bekommen die Schülerinnen und Schüler eine Rückmeldung über
ihre Stärken und Fähigkeiten. Darauf aufbauend werden die Jugendlichen mit weiteren Förderangeboten und Handlungsfeldern in die Lage versetzt, ein realistisches Bild ihrer beruflichen Möglichkeiten zu entwickeln.
Berufsfelderprobung
Berufsfelderprobung ist ein integraler Bestandteil der Potenzialanalysen / Assessments. Die Jugendlichen können in unterschiedlichen Berufsfeldern komplexe fachliche und methodische berufliche Anforderungen erfahren und so die individuellen berufspraktischen Fähigkeiten ermitteln. Die Ergebnisse fließen in den individuellen Förder- oder Lernplan sowie in den Berufswahlpass der Jugendlichen ein.
Coaching
Um in der Phase der Berufsorientierung und des Wechsels in die berufsbildenden Schulen Rat und Unterstützung zu erhalten, stehen den Jugendlichen kompetente Personen (Coaches) zur Verfügung. Sie überlegen gemeinsam mit den Jugendlichen, wie deren berufliche Zukunft aussehen kann, und planen und verabreden mit dem Jugendlichen die notwendigen Schritte.
Qualifizierungs-Bausteine (nur BEK)
Die Teilnahme an zertifizierten, ausbildungsbezogenen Qualifizierungs-Bausteinen erhöht die Lern- und Leistungsmotivation der Jugendlichen. Sie steigert die Chancen auf betriebliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze und reduziert die Zahl der Ausbildungsabbrüche. In einem Qualifizierungs-Baustein lernen und erproben die Schülerinnen und Schüler Teile von Ausbildungsinhalten.
Finanzierung
Das Land Schleswig-Holstein wird für das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt im Rahmen des Zukunftsprogramms Arbeit rund 25 Millionen Euro aus dem Sozialfonds der Europäischen Union und Landesmittel in etwa gleicher Höhe einsetzen. Bis zum Jahr 2013 sind hierfür mit Unterstützung weiterer Partner 56 Millionen Euro vorgesehen. Ein weiterer wichtiger Partner des Handlungskonzepts ist die Bundesagentur für Arbeit, die sich auch finanziell und inhaltlich an der Umsetzung des Handlungskonzepts beteiligt.
Das Zukunftsprogramm Arbeit ist das Arbeitsmarktprogramm des Landes Schleswig-Holstein für die Jahre 2007-2013.
Mehr Informationen zum Zukunftsprogramm Arbeit erhalten Sie im Internet unter
www.zukunftsprogramm-arbeit.schleswig-holstein.de”
Der Flyer Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt kann als PDF-Datei herunterladen werden: Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt


